Bildung als Grundlage für Artenschutz: Weiterbildung für 72 Lehrkräfte im Okavango
Was hat ein selbst gebauter „Crocodile TV“ mit Artenschutz zu tun? Mehr, als man zunächst vermuten würde.
Artenschutz beginnt nicht erst dort, wo Ranger Wildtiere beobachten, Lebensräume sichern oder Konflikte verhindern. Er beginnt viel früher: bei Bildung, bei Perspektiven und bei den Menschen, die Wissen an die nächste Generation weitergeben. Vom 29. Juli bis zum 2. August 2026 nahmen 72 ehrenamtliche Lehrkräfte aus verschiedenen Gemeinden des Okavango-Distrikts an einer fünftägigen Weiterbildung in Xakao teil. 41 von ihnen arbeiten in Spielgruppen, die von SAVE Wildlife Conservation Fund unterstützt werden.
Fünf Tage lernen, ausprobieren und weitergeben.
Während der Weiterbildung beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Bereichen ihrer täglichen pädagogischen Arbeit. Dazu gehörten unter anderem Unterrichtsplanung, kindliche Entwicklung, spielerisches Lernen, Kommunikation, Gesundheit und Ernährung, Kinderschutz sowie die Zusammenarbeit mit Eltern. Dabei ging es nicht nur darum, theoretisches Wissen zu vermitteln. Die Lehrkräfte entwickelten selbst Methoden und Materialien, die sie anschließend in ihrer Arbeit mit den Kindern einsetzen können.
Was ein „Crocodile TV“ mit Artenschutz zu tun hat.
Eine dieser Ideen war ein selbst gebautes „Crocodile TV“. Damit entwickelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine kreative Möglichkeit, Wissen über Krokodile, ihre Lebensräume und die Bedeutung des Wildtierschutzes weiterzugeben. Ein einfaches, lokal hergestelltes Lehrmittel wird so zum Ausgangspunkt für Gespräche, Geschichten und gemeinsames Lernen. Dafür braucht es keine komplizierte Technologie.
Es braucht Menschen, die Wissen so übersetzen können, dass Kinder es verstehen, weitererzählen und mit ihrer eigenen Umwelt verbinden können.
Naturschutz beginnt bei der nächsten Generation
Gerade in einer Region wie dem Okavango leben Menschen und Wildtiere unmittelbar nebeneinander. Langfristiger Artenschutz funktioniert deshalb nicht allein durch den Schutz einzelner Tierarten. Entscheidend ist auch, Wissen über Tiere, Lebensräume und das Zusammenleben mit ihnen innerhalb der Gemeinden weiterzugeben.
Die ehrenamtlichen Lehrkräfte übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Was sie heute lernen, erreicht morgen die Kinder in ihren Gemeinden – und über die Kinder wiederum ihre Familien.
Die Weiterbildung stärkt deshalb nicht nur die pädagogische Arbeit in den Spielgruppen.
Sie schafft Möglichkeiten, Natur- und Artenschutz bereits früh in den Alltag der Kinder einzubinden.
41 Lehrkräfte aus SAVE-unterstützten Spielgruppen
Von den insgesamt 72 Teilnehmerinnen und Teilnehmern arbeiten 41 in Spielgruppen, die SAVE unterstützt. Diese Spielgruppen schaffen frühkindliche Bildungsangebote in Gemeinden des Okavango und geben Kindern die Möglichkeit, gemeinsam zu lernen, zu spielen und ihre Umwelt zu entdecken. Weiterbildungen wie diese helfen den Lehrkräften dabei, ihre Arbeit weiterzuentwickeln und neue Methoden anschließend unmittelbar in ihren Gruppen einzusetzen.
Denn erfolgreicher Artenschutz braucht nicht nur geschützte Gebiete und gut ausgebildete Ranger. Er braucht Menschen, die verstehen, warum ihre Umwelt schützenswert ist – und dieses Wissen weitergeben.
Gemeinsam Artenschutz leben.
Mit der Unterstützung unserer Bildungsprojekte helfen Sie dabei, Wissen dort weiterzugeben, wo die nächste Generation aufwächst: mitten in den Gemeinden des Okavango.

